Ohne Fleiss kein Preis. Oder: Die Freiheiten eines Arbeitnehmenden

03.07.2020

Der Arbeitsmarkt und auch die Anstellungsbedingungen haben sich in den letzten Jahren massiv verändert. Viele Trends sind von Amerika zu uns herübergeschwappt und konnten sich als Standard etablieren. Wo früher starre Arbeitszeiten, klare Pausenregelungen, kaum Ferienanspruch und die Möglichkeiten, sich frei zu entfalten, fehlten, gibt es heute weitaus angenehmere Arbeitsmodelle für Arbeitnehmende. Remote Arbeitsplätze, Home Office, Jahresarbeitszeiten und sonstige Goodies haben die Bedingungen für Arbeitnehmende massiv verbessert. Und dennoch gab es bis vor kurzem Arbeitgeber, welche das Home Office nicht als Arbeitsmodell duldeten und meinten, dass Arbeiten von zuhause aus die Arbeitsqualität mindere. Und dann kam Corona.

In Krisen finden Veränderungen ohne Ankündigungen statt.

Plötzlich musste alles schnell gehen: Der Bundesrat sprach die Home-Office-Empfehlung aus, um die Ausbreitung der Pandemie zu verlangsamen – und: Home Office funktionierte. Online Shops boomten und kamen in Lieferverzug von Headsets, Mikrofonen und Webcams und Notebooks und Computer fanden ihren Weg in die Wohnstube der Arbeitnehmenden. Selbstverständlich war dies in vielen Jobbereichen wie Verkauf, Transport, Produktion nicht möglich. Doch alle, die im Büro an einem Computer arbeiten konnten, konnten dies per sofort auch von zuhause aus. Die Umstellung verlief schnell, unkompliziert und kompromisslos – Home Office wurde Pflicht und kein Privileg. Auch Home-Office-Skeptiker – meist diejenigen, welche eher unter Kontrollsucht leiden – mussten damit fertig werden, dass sie ihre Arbeitnehmenden nur noch digital «überwachen» konnten. MS Teams wurde zum Tool vieler Nationen und die einzige Möglichkeit, mit den Teammitgliedern in Kontakt zu bleiben. Aber: es funktionierte.

Mit Homeschooling und Home Office immer noch effizient bleiben.

Arbeitnehmenden, welchen bisher die Home-Office-Möglichkeit verwehrt blieben, konnten sich nun (ob gewollt oder nicht) beweisen. Die Arbeit wurde erledigt, die Sitzungszeiten eingehalten und die Effizienz war vorhanden. Für Eltern kam erschwerend noch hinzu, dass sie ihre Kinder daheim betreuen mussten – die Doppelbelastung war hart für alle, doch sie war machbar. Chefs wurden eines anderen belehrt und konnten feststellen, dass dieses Arbeitsmodell, von daheim aus zu arbeiten, gar nicht so negativ behaftet war. Mitarbeitende sind diszipliniert und motiviert, auch unter erschwerten Umständen eine top Leistung zu erbringen. Und wenn dies in einer Krise funktioniert, müsste sich dies bestimmt auch in normalen Zeiten umsetzen lassen. Freiheiten werden von Arbeitnehmenden geschätzt. Denn sie sind – nebst dem Lohn – eine Wertschätzung und ein Zeichen des Vertrauens.

Neue Modelle werden folgen.

Was sich innert wenigen Tagen etablieren konnte, sollte auch in Zukunft funktionieren. Neue Arbeitsmodelle können so entstehen und vielleicht bieten sich so auch für Firmen bessere Möglichkeiten, seine Mitarbeitenden gezielt im Büro einsetzen zu können. Weniger Arbeitsplätze vor Ort bedeutet auch, dass gespart werden kann. Team Meetings vor Ort lassen sich gezielt einteilen und Sitzungen sind nach wie vor auch online möglich. Bereits seit längerem beschäftigen sich viele Arbeitgeber mit der Frage, wie sie ihre Mitarbeitenden länger an das Unternehmen binden können. Mit Vertrauen, zeitgemässen Anstellungsbedingungen und gerechter Entlöhnung ist dies machbar. Vertrauen in die Fähigkeiten des Mitarbeitenden ist das eine, Vertrauen in eine selbstgewählte Einteilung und Ausführung der Arbeiten, das andere. Wir sind sicherlich noch nicht da, wo wir sein könnten. Doch die Coronakrise hat uns gezeigt, dass Neues schnell umgesetzt werden kann. Lassen wir also nicht eine nächste Krise den Grund für Veränderung, mehr Eigenverantwortung und Freiheiten sein: Ein Umdenken ist jederzeit möglich.

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Photo by Andreas Klassen on Unsplash

 

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