HOMEOFFICE - MEIN ZUHAUSE, MEIN SCHLOSS

20.08.2018

"Sonntagnachmittag. Während ich zu Hause auf meinem Balkon die Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht geniesse, mein selbstgemachtes Sandwich neben mir auf dem Teller auf mich wartet und ich mich dem Nichtstun hingebe, steigen die ersten Gedanken des Montags auf: Früh aufstehen, den Kaffee unter der Dusche trinken, sich noch kurz stylen, um dann eilig in den Zug oder das Auto zu steigen, damit ich vor Arbeitsbeginn den Wahnsinn des morgendlichen Verkehrs begrüssen darf. So oder so ähnlich sieht eine Morgenroutine aus und man wünscht sich nichts sehnlicher, als den Montag zum Homeoffice-Tag zu erküren?"

Homeoffice: ein Modell, das geplant sein will.

Nicht von ungefähr kommen jedoch die Weisungen vieler Arbeitgeber, dass Homeoffice nur an bestimmten Wochentagen wie Dienstag, Mittwoch und Donnerstag möglich sind. Der Arbeitgeber will dadurch verhindern, dass der Homeoffice-Tag als Verlängerung des Wochenendes deklariert wird. Doch genau hier beginnt die Krux der ganzen Geschichte. Das Homeoffice-Modell setzt ein grosses Vertrauen zum Arbeitnehmenden voraus. Ist dieses nicht gegeben, kann die "Ich-arbeite-von-daheim-Geschichte" sowieso vergessen werden. Doch sind Einschränkungen zu den Homeoffice-Tagen überhaupt sinnvoll?

Wer braucht Homeoffice überhaupt - und wieso?

Das Modell, von zu Hause aus arbeiten zu können, ist eine wunderbare Sache. Der lange Arbeitsweg entfällt, man kann ungestört arbeiten, die Arbeitskolleginnen und -kollegen stürmen nicht wegen Kleinigkeiten sofort zu einem ins Büro und Aufgaben, die eine hohe Konzentration erfordern, können im Homeoffice optimal erledigt werden. Doch gibt es auch hier verschiedene Voraussetzungen zu beachten: Das Homeoffice muss über einen Internetanschluss verfügen, die Erreichbarkeit muss gewährleistet sein und die Verbindlichkeiten müssen eingehalten werden. Denn auch ein Meeting kann von zu Hause aus wunderbar durchgeführt werden, wenn das Gespräch über eine Internetplattform stattfindet. Vielleicht ist es dabei ratsam, wenn nicht ständig die Katze oder der Hund ins Bild huscht oder Ihr Kleinkind quengelnd auf Ihrem Schoss sitzt.

Ein Arbeitsmodell der Zukunft oder eine aussterbende Ära?

Homeoffice kann eine bereichernde Alternative zum Büroalltag sein. Doch leider verabschieden sich bereits einige innovative Firmen wieder von diesem flexiblen Arbeitsmodell. Natürlich sind es die "leidigen Einzelfälle", die dem Geschäftsführer die Entscheidung einfach machen, das Homeoffice-Modell aussterben zu lassen. Mitarbeitende, die im Kalender Homeoffice eingetragen haben, sich aber am Mittwochnachmittag mit der Familie einen schönen Wanderausflug auf dem Hausberg gönnen und dadurch nicht erreichbar sind, begehen natürlich fatale Fehler. Oder die Mitarbeiterin, die sich freitags Homeoffice gönnt, damit sie bereits am Donnerstagabend fürs Wochenende ins Tessin fahren kann, fliegt auf, wenn sie am Freitagmittag bereits schöne Bilder vom palmenumzäunten Pool auf Facebook stellt.

Freiheiten: ja, Frei-Tage: nein.

Homeoffice gilt als Arbeitszeit. Und während der Arbeitszeit hat sich der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber zur Verfügung zu stellen. Die Arbeitszeiteinteilung mag flexibel sein, doch sollte dies mit dem Team, dem Chef oder den Kunden abgesprochen sein. Sie arbeiten von zu Hause aus, jedoch bereits von 07.00 - 11.00 und dann wieder von 17.00 - 21.00 Uhr? Dann informieren Sie adäquat und niemand beschwert sich, wenn Sie nachmittags nicht erreichbar sind. Ihr Kind ist krank und Sie müssen ohnehin zu Hause sein, möchten aber während den Zeiten, in welchen das Kind schläft, Ihre Pendenzen erledigen? Auch dann soll Homeoffice möglich sein, wenn Sie und Ihr Arbeitgeber damit einverstanden sind.

Alles eine Frage der Organisation.

Klar: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Doch bevor Sie mit dem hocherhobenen Zeigefinger auf Ihre Mitarbeitenden losgehen, seien Sie etwas nachsichtig und warten Sie ab, wie sich die Mitarbeitenden im Homeoffice anstellen. Häufig werden skeptische Chefs von den überragenden Leistungen ihrer Mitarbeitenden im Homeoffice überrascht: in ihrer gewohnten Umgebung sind sie oftmals zu Mehrleistungen bereit, arbeiten intensiver, länger, besser. Wenn also beide einander das nötige Vertrauen schenken, profitieren beide Parteien vom Homeoffice-Modell. Klare Regeln und eine optimale Organisation sind das A und O einer gut funktionierenden Homeoffice-Strategie.

Die ewigen kleinen Sünder.

Diese gibt es selbstverständlich in jeder Firma. Hier lassen sich jedoch wunderbare Sanktionen aussprechen und die Homeoffice-Möglichkeiten können dadurch eingeschränkt oder sogar aufgehoben werden. Diese sollten jedoch nur für auf die fehlbaren Mitarbeitenden angewendet werden und nicht gleich alle Angestellten bestrafen. Homeoffice ist ein beliebtes Arbeitszeitmodell und heutzutage, in einer Zeit, in welcher Arbeitgeber um gute Fachkräfte buhlen müssen, ein wichtiges Kriterium in der Wahl des neuen Arbeitgebers.

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