Die 4-Tages-Woche im Blickpunkt

11.05.2022

Im hohen Norden schon Realität: 3 Tage Wochenende

Island hat es schon getan: Das kleine Inselvolk hat die 4-Tage-Woche eingeführt. Die wöchentliche Arbeitszeit wurde von 40 auf 35 Stunden gekürzt und das bei gleichem Gehalt. Zwar steigt die tägliche Arbeitszeit um 45 Minuten an, doch der zusätzliche freie Tag gleicht dies mehr als aus. Eine Massnahme, die so manch einen Schweizer oder eine Schweizerin neidisch nach Norden blicken lässt. Doch ist so ein Modell hierzulande realistisch?

Der Gedanke hinter der 4-Tage-Woche ist, dass in der kürzeren Arbeitszeit produktiver gearbeitet werden kann. Durch den zusätzlichen freien Tag erhalten die Arbeitnehmenden deutlich mehr Freizeit, sie können sich um ihre Work-Life-Balance kümmern oder die Zeit mit den Kindern verbringen und für all die anderen Dinge, die nun mal gemacht werden müssen.

Nach der dreijährigen Testphase mit 1 % der isländischen Angestellten, konnte so ein Effekt tatsächlich festgestellt werden: Zufriedenere Arbeitnehmende und weniger Burnout-Fälle. Die Produktivität wurde durch die fehlenden Stunden nicht verringert. Damit ist klar, in der kürzeren Zeit wird effizienter gearbeitet. Damit konnte der Weg für die 4-Tage-Woche geebnet werden und die isländische Regierung hat diese schliesslich im letzten Jahr fix eingeführt. Mit dieser Änderung erhofft sich die Inselregierung eine glücklichere Bevölkerung. Nicht zuletzt soll dies zu niedrigeren Kosten im Gesundheitswesen führen, aber auch weitere Kosten senken, welche von der Öffentlichkeit getragen werden.

Eine Idee, die in ganz Europa Anklang findet

Doch die skandinavische Insel ist nicht allein. In zahlreichen Ländern Europas lassen sich solche Versuche finden. Auch in Belgien hat die Regierung das Recht auf eine 4-Tage-Woche eingeführt. Jedoch bleibt die Stundenzahl von 38 Stunden pro Woche im Benelux-Staat gleich, diese wurden einfach auf 4 statt 5 Tage verteilt. In der Schweiz gibt es erste Firmen, welche diesem Trend bereits gefolgt sind. Die Resonanz ist hier grösstenteils sehr positiv. Ein Modell also, welches sich in einem dynamischen Markt durchaus profilieren könnte – auch im eher konservativen Arbeitsmarkt der Schweiz.

Was sind die Hürden für eine 4-Tage-Woche?

Natürlich ist eine 4-Tage-Woche nicht für jedes Unternehmen gleich einfach einzuführen. Für ein Büro kann dies zwar – je nach Situation – relativ schnell umgesetzt werden, da die Produktivität pro Arbeitsstunde gemäss Studien steigen wird. Aber ein Geschäft beispielsweise, welches an 6 Tagen geöffnet ist, müsste so wahrscheinlich mehr Personal einstellen, um die Öffnungszeiten abzudecken.

Klar sind bei solch einem Switch immer auch kreative Lösungen gefragt. Es ist schliesslich eher eine Frage des Willens als des Könnens. Ein gutes Beispiel dafür ist die Corona-Pandemie. Plötzlich wurde Home-Office in vielen Unternehmen, auch bei solchen, welche Home-Office zuvor strikt abgelehnt hatten, plötzlich doch möglich. Dies einfach, weil es nun mal nicht anders ging. So eine ähnliche Dynamik ist ebenfalls denkbar, würde auf einmal die 4-Tage-Woche zum Standard werden.

Wir bleiben gespannt, wie sich der Trend weiterentwickelt und bleiben hier gespannt am Ball.

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Photo by Jeppe Hove Jensen on Unsplash

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